Projektgruppe "Verstehensprozess Islam"
Prof. Dr. Leimgruber
Projekt „Interreligiöses Lernen“
Wie können unterschiedliche Menschen, Kulturen und Religionen in gegenseitigem Respekt zusammenleben? Was können sie voneinander lernen? Stephan Leimgruber zeigt Wege für den Dialog zwischen Christen, Juden, Muslimen, Hindus und Buddhisten auf.
Besonders nimmt diese Didaktik des interreligiösen Lernens den Religionsunterricht in den Blick. Grundlegende Informationen zu den verschiedenen Religionen münden in praktische Anregungen, wie Begegnung und gemeinsame Lernerfahrungen gestaltet werden können: Wer Gemeinsamkeiten und Unterschiede konkret erfährt, lernt die eigene Religion besser zu verstehen und die anderen Religionen zu achten.
Personen:
Prof. Dr. Stephan Leimgruber, geb. 1948 in Windisch, Kanton Aargau (Schweiz), 1976 Priesterweihe, langjähriger Religionslehrer und engagiert im christlich-islamischen Dialog, seit 1998 Professor für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität München. Kontakt: leimgruber@kaththeol.uni-muenchen.de
Bibliographische Angaben:
Stephan Leimgruber „Interreligiöses Lernen“, ca. 208 Seiten. Kartoniert, ISBN 978-3-466-36748-1
Projekt „Von Adam bis Muhammad. Bibel und Koran im Vergleich“
Interreligiöse Kompetenz ist in unserer multikulturellen Zeit mehr denn je der Schlüssel für ein friedliches und respektvolles Zusammenleben. Auf diesem Hintergrund versteht sich das vorliegende Buch als Arbeitsinstrument für eine vergleichende Lektüre von Bibel und Koran in Schule, Religionsunterricht und Erwachsenenbildung. Neben dem interkulturellen Dialog werden Ziele und Methoden interreligiösen Lernens eingeführt und vorgestellt. Grundlegende Informationen, u.a. zu Auslegungsmethoden, Text- und Strukturaufbau und den wichtigsten Koran und Bibelausgaben vermitteln ein elementares Basiswissen. Dazu werden für den Unterricht geeignete Texte (u.a. von Abraham, Mose, Jesus, Josef und Maria) aus Bibel und Koran synoptisch verglichen und kommentiert. Für eine fruchtbare praktische Umsetzung der Lektüre von Bibel und Koran sorgen zahlreiche didaktische Impulse, bibliographische Angaben und Hinweise auf audiovisuellen Medien.
Prof. Dr. Schäfer
Projekt: Handbuch „Islamische Philosophie im Mittelalter“
Ziel des Handbuchs ist es, dem Philosophen und Philosophiehistoriker, aber auch dem allgemein Interessierten einen Überblick über die islamische Philosophie im Mittelalter auf wissenschaftlichem Niveau zu verschaffen. Das Vorhaben rechtfertigt sich zunächst aus dem schlichten Bedarf: Bis heute gibt es im deutschsprachigen Raum kein Werk, das einen derartigen Überblick bietet.
Angezielt ist ein überblickschaffendes Nachschlagewerk, dessen erster Teil allgemein in die islamische Philosophie des Mittelalters als ein philosophisches, historisches und kulturelles Phänomen einführt, während ein zweiter Teil vertieft die philosophischen Gedanken gerade der wichtigsten islamischen Denker vorstellt. Hier wird eine gezielte Auswahl derer getroffen, die als Philosophen von überzeitlichem Interesse und auch in Europa meist dem Namen nach bekannt sind. Dieser Kreis wird nicht zu weit gefasst, damit für die größeren Figuren genug Raum für eine eingehende Darstellung zur Verfügung steht. Weniger bekannte Gestalten werden nicht eigens behandelt, finden aber in Teil 1 im Hinblick auf die Aspekte Erwähnung, in denen sie wichtig sind (z.B. al-Razi als Vertreter einer philosophischen Kultur). In einem dritten Teil wird schließlich auf die Rezeption im lateinischen Mittelalter eingegangen werden, und zwar nicht nur hinsichtlich ihrer Geschichte, sondern auch mit der Frage, welche philosophischen Entwicklungen von den muslimischen Philosophen angestoßen wurden, welche Auswirkung sie dabei tatsächlich hatten und wie ihre Ideen im christlichen Kontext möglicherweise verändert wurden. Jedes Einzelthema wird von einem von ca. 20 Autoren bestellt, der als Experte in diesem Gebiet gelten kann.
Herausgegeben wird das Handbuch von Rotraud Hansberger, Matthias Perkams und Christian Schäfer, es wird bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft/Darmstadt erscheinen.
Personen:
PD Dr. Matthias Perkams, Jahrgang 1971, als Heisenberg-Stipendiat der DFG seit 2007 Gastwissenschaftler am Lehrstuhl für Christliche Philosophie der LMU. Kontakt: matthias.perkams@kaththeol.uni-muenchen.de
Prof. Dr. Christian Schäfer, geboren 1967, ist Inhaber des Lehrstuhls für Christliche Philosophie an der LMU. Kontakt: schaefer@lmu.de
Kooperationspartner:
Dr. Rotraud Hansberger ist Junior Research Fellow in Medieval Arabic Philosophy am King’s College/Cambridge.
Prof. Dr. Stubenrauch
Projekt: „Encountering Islam“
Das Ziel des Projekts besteht darin, Lehrenden und Studierenden der LMU München sowie (Religions-)Lehrerinnen und -Lehrern zu ermöglichen,
- zentrale Aspekte islamischer Theologie (Gotteslehre, Offenbarungsverständnis, Anthropologie) aus erster Hand kennen zu lernen,
- das Verständnis des schiitischen Islams zu vertiefen und
- mit muslimischen Theologen einen Dialog über die zentralen Inhalte ihrer religiösen Tradition und deren Verhältnis zum Christentum zu führen.
Geplant ist eine Reihe von Veranstaltungen (Gastvorträge, Expertengespräche, Seminarveranstaltungen, Fortbildungsveranstaltungen) in Zusammenarbeit mit islamischen Gelehrten aus dem Iran:
- Prof. Muhammad Legenhausen, Imam Khomeini Education and Research Institute (Qom)
- Prof. Shahram Pazouki, Research Center for Philosophy and Wisdom (Teheran)
- Seyyed Mohammad Ali Abtahi, Institute for Interreligious Dialogue (Teheran)
sowie in Kooperation mit dem „Zentrum für ökumenische Forschung“ der LMU München und dem Lehrerbildungszentrum der LMU München.
Die Veranstaltungsreihe beginnt am Mittwoch, 10. Dezember 2008, 18.15 Uhr, Senatssaal der LMU München, mit Gastvorträgen der drei iranischen Wissenschaftler und anschließender Aussprache zum Thema „Das Gottesbild im Islam“.
Personen:
Prof. Dr. Bertram Stubenrauch, geb. 1961, Lehrstuhl für Dogmatik und Ökumenische Theologie, Katholisch-Theologische Fakultät, LMU München. Kontakt: Bertram.Stubenrauch@kaththeol.uni-muenchen.de
Prof. Dr. Armin Kreiner, geb. 1954, Lehrstuhl für Fundamentaltheologie, Katholisch-Theologische Fakultät, LMU München. Kontakt: Armin.Kreiner@kaththeol.uni-muenchen.de
Prof. Dr. Stephan Leimgruber, geb. 1948, Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts, Katholisch-Theologische Fakultät, LMU München. Kontakt: leimgruber@kaththeol.uni-muenchen.de
Prof. Dr. Birgitta Kleinschwärzer-Meister, geb. 1969, Juniorprofessur für Ökumenische Theologie, Katholisch-Theologische Fakultät, LMU München. Kontakt: Birgitta.Kleinschwaerzer@kaththeol.uni-muenchen.de
Kooperationspartner:
Prof. Muhammad Legenhausen, Imam Khomeini Education and Research Institute (Qom).
Prof. Sharam Pazouki, Research Center for Philosophy and Wisdom (Teheran).
Seyyed Mohammed Ali Abtahi, Institute for Interreligious Dialogue (Teheran).
Prof. Dr. Thurner
Projekt: „Christlich-islamisches Begriffslexikon“
Seit 2005 befassen sich im Rahmen eines Projektes der Eugen-Biser-Stiftung Prof. em. Dr. Richard Heinzmann und Prof. Dr. Martin Thurner mit der Vorbereitung eines christlich-islamischen Begriffslexikons. Erstmals finden türkisch-islamische Wissenschaftler und christliche Theologen und Philosophen zusammen, um auf der Höhe der jeweiligen theologischen Forschung ein kohärentes Bild der beiden Religionen zu vermitteln. Ein vergleichbares Werk gibt es nicht, in dem Christen und Muslime ausgewählte Begriffe ihres Glaubens und ihrer Lebenswelten mit je eigenen Definitionen gegenüberstellen, um damit ein besseres gegenseitiges Verständnis der von ihnen verwendeten Begriffe zu erreichen und damit den wechselseitigen Dialog zu fördern. Ebenso fehlt bisher auf dem türkischen Buchmarkt eine einführende Gesamtdarstellung oder ein Lexikon des Christentums.
Das Lexikon konzentriert sich auf die Förderung des deutsch-türkischen interreligiösen und interkulturellen Dialogs. Das Zusammenleben mit ca. 3,5 Mio. Muslimen in Deutschland und das Miteinanderleben in der globalen Welt erfordern, dass Christen und Muslime größere Kenntnisse über einander erwerben, um Missverständnisse zu reduzieren Dazu soll das christlich-islamische Begriffswörterbuch einen wichtigen Beitrag leisten. Die Kenntnisse der Muslime über das Christentum und die darauf basierende westliche Kultur sind oft nur rudimentär. Dies gilt entsprechend für die westlichen Partner im Dialog mit den Muslimen und dem Islam, der alle Lebensbereiche durchdringt.
Die Initiatoren des Lexikonprojektes haben sich deshalb für das Projekt wissenschaftlicher christlich-islamischer Symposien entschieden, und zwar zunächst gemeinsam mit der hoch angesehenen Islamischen Theologischen Fakultät der Universität Ankara (Üniversitesi Ankara Faculty of Divinity). Diese Symposien finden seit Oktober 2005 einmal jährlich abwechselnd in Ankara und in München statt.
Das Lexikon ist darauf angelegt, in wissenschaftlich fundierter, allgemein verständlicher Diktion das Gespräch zwischen Christen und Muslimen dauerhaft zu fundieren. Demgemäß gehören zu den Zielgruppen für das Lexikon Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft, Repräsentanten von Kultur und Wissenschaft, Medienleute, christliche und islamische Theologen, Philosophen, Pädagogen, Studenten, interessierte Laien.
Folgende Kriterien wurden für die Auswahl von Lemmata in Kooperation mit der Universität Ankara zugrunde gelegt:
- Grundbegriffe zum Verständnis des Christentums
- Grundbegriffe zum Verständnis des Islams
- Begriffe, die für Judentum, Christentum und Islam – mit je eigenen Sinngehalten - relevant sind
- Ausgewählte philosophische Begriffe, die für die Geschichte der (jüdisch)-christlich-islamischen Beziehungen von herausragender Bedeutung sind.
Auf deutscher Seite sind Herausgeber die Professoren Dr. Richard Heinzmann und Dr.Dr. Peter Antes; die Koordination liegt bei Prof. Dr. Martin Thurner. Auf türkischer Seite werden Frau Professor Dr. Mualla Selcuk und Professor Dr. Halis Albayrak die Herausgeber sein; Prof. Dr. Ahmet Nedim Serinsu ist für die Koordination zuständig.
Personen:
Prof. Dr. Martin Thurner, Jahrgang 1970, ist akademischer Rat am Martin Grabmann-Forschungsinstitut der LMU.