Katholisch-Theologische Fakultät
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Zweite Projektphase (7/2016-6/2020)

In der zweiten Projektphase (7/2016-6/2020) werden relevante psychosoziale und pastoralpsychologische Herausforderungen, die sich im Zuge der XT ergeben können, analysiert und erörtert. In Zusammenarbeit mit der Klinikseelsorge werden konzeptionelle Orientierungen für die psychosoziale und pastorale Begleitung in der klinischen Versuchsphase entwickelt. Da die Frage nach der individuellen und gesellschaftlichen Akzeptanz von XT eng mit kulturellen, weltanschaulichen und religiösen Einstellungen und Überzeugungen verbunden ist, werden in der zweiten Projektphase die religionsbezogenen biographischen und soziokulturellen Akzeptanzbedingungen u.a. aus einer interreligiösen Perspektive betrachtet. Dass einer interreligiösen bzw. religionsbezogenen Betrachtungsweise eine hohe soziale und politische Relevanz zukommt, ist Folge der globalen Migrationsbewegungen, die zunehmend auch Europa betreffen. Religionen, religiöse Gruppen und Gemeinschaften üben sowohl normativen als auch formativen Einfluss aus. Je nach gewährter Anerkennung tragen diese Gruppen zu dem Identitätskonzept ihrer Mitglieder bei. Eine interreligiöse Herangehensweise an die pastoralpsychologische Seelsorge und Beratung soll in der zweiten Phase des Folgeprojekts beginnen.

Das theologisch-ethische und pastoralpsychologische Teilprojekt Z1 verfolgt folgende Ziele:

  • Analyse und Beurteilung von Identitätsmanagement im Kontext von XT aus einer interreligiösen Perspektive
  • Analyse und Beurteilung von Konzepten der Klinikseelsorge und der psychosozialer Beratung im Zusammenhang mit XT unter besonderer Berücksichtigung von religionsbezogenen Perspektiven (prospektiv)
  • Förderung des pastoralpsychologischen Diskurses auf dem Sondergebiet der XT im klinischen Umfeld unter besonderer Berücksichtigung von religionsbezogenen und interreligiösen Perspektiven


WP 1: Identitätsmanagement im Kontext von XT aus einer interreligiösen Perspektive
Das Ziel von WP1 ist die Ausdifferenzierung des Themenkomplexes Identitätsmanagement aus einer interreligiösen Perspektive. Dazu werden mit Blick auf die personalen Aspekte des Identitätsmanagements religionsbezogene biographische und gesellschaftliche Akzeptanzvoraussetzungen von XT herausgearbeitet (DeGrazia 2005, Stephenson et al. 2008, Sperling/Gurman 2012). Innerhalb dieses Kontexts leistet WP1 einen Beitrag zur Klärung der Rolle, die religiöse Normen, Modelle und Narrative mit Blick auf Konzepte narrativer Identität und „Selbst-Schöpfung“ spielen (DeGrazia 2005, S. 78). Zur Klärung, ob und wie ein Patient ein Xenograft akzeptiert, welche religionsbezogenen und normativen Faktoren einschlägig sind sowie welche psychosozialen Konsequenzen auftreten, wird eine systematische Literaturanalyse vorgenommen, die konzeptuelle und empirische Studien zu Identitätsmanagement im klinischen (Forschungs-)Kontext aufbereitet. In WP1 werden die religionsbezogenen Faktoren des Identitätsmanagements analysiert und reflektiert. Die Ergebnisse sollen in wissenschaftlichen Konferenzen und Publikationen, Kolloquien mit Seelsorgern verschiedener Religionen und Konfessionen sowie in Medienbeiträgen diskutiert und kommuniziert werden.
WP1 besteht aus drei Teilen:

  • 1a) Systematische Literaturanalyse empirischer Studien zu Identitätsmanagement im klinischen (Forschungs-)Kontext
  • 1b) Entwicklung einer konzeptuellen Herangehensweise an religionsbezogene sozio-normative Identitätsmanagementfaktoren
  • 1c) Diskussion sowie Kommunikation der Forschungsergebnisse in verschiedenen Formaten


WP2: Seelsorge und psychologische Beratung im Kontext von XT unter Berücksichtigung religionsbezogener Perspektiven

In WP2 wird der Theorierahmen für Seelsorge und psychosoziale Beratung, der in der ersten Projektphase entwickelt wurde, unter Einbeziehung jüdischer und muslimischer Positionen und Glaubensgemeinschaften weiterentwickelt. Neben der Erweiterung des Spektrums christlicher, islamischer und jüdischer Religionsgemeinschaften werden auch fernöstliche religiöse, philosophische und spirituelle Traditionen im europäischen Kontext in den Blick genommen. Das erarbeitete Seelsorgekonzept soll in der Klinikseelsorge durch sechs Experteninterviews untersucht werden (qualitative Experteninterviews mit Psychologen und Seelsorgern im Bereich der Transplantationsmedizin unter Berücksichtigung religiöser Diversität, vgl. Mayring 2010). Weitere Diskussionsforen werden entwickelt und Workshops und Kolloquien zu praktischen Aspekten angeboten. Interreligiöse Austauschrunden zum Thema Seelsorge sind in Kooperation mit interreligiös ausgerichteten Institutionen und mit Seelsorgeeinrichtungen vorgesehen, um die Optionen für Berater, die in klinischer Forschung eingebunden sind, und potentielle XT-Patienten zu erörtern und evaluieren.
WP2 besteht aus drei Teilen:

  • 2a) Ausarbeitung der interreligiösen Herangehensweise an Seelsorgekonzepte im klinischen Kontext
  • 2b) Empirische Untersuchung des entwickelten Seelsorgekonzepts unter besonderer Berücksichtigung von verschiedenen Religionen und Konfessionen
  • 2c) Diskussion und Kommunikation der Forschungsergebnisse und Anbieten anwendungsorientierter Workshops und Gesprächsrunden


Projektmitarbeiter:
Dr. Katharina Ebner M.A.
Dr. Jochen Ostheimer M.A.


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