Katholisch-Theologische Fakultät
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Lerncoaching für Studierende am 28. November 2014

Das Multiplikatorenteam der Katholisch-Theologischen Fakultät richtete am Freitag, 28. November 2014 einen Workshop für Studierende aus: Anlässlich der aktuellen Prüfungssituation fällt stellenweise Unzufriedenheit auf; daher sollten die Teilnehmer/innen mit Lernstrategien, Lerntechniken, Tipps und Tricks zur Prüfungsvorbereitung vertraut gemacht werden und Raum für den Erfahrungsaustausch bekommen. Hierzu konnte das vierköpfige Team um den Projektleiter Dr. Werner Veith die Psycholinguistin und Didaktik-Expertin Dr. Barbara E. Meyer gewinnen.

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29 interessierte und hochmotivierte Studierende fanden sich an dem Freitagnachmittag im Fakultätszimmer ein, um über ihr Lern- und Prüfungsverhalten zu sprechen, zu reflektieren und daran zu feilen.

Befragung zu Beginn: Lage der Teilnehmer/innen

Eine kurze Abfrage zu Anfang unter den 29 Teilnehmer/innen ergab: Rund die Hälfte befand sich im ersten bis dritten Semester ihres Studiums; für wiederum ca. die Hälfte standen drei bis sechs Prüfungen am Ende des Semesters in Aussicht, einige davon im Staatsexamen; 15 der 29 Studierenden empfanden ihre Prüfungssituation als chaotisch und waren damit unzufrieden.

Daraufhin gab es Gelegenheit, auf verschiedenen Plakaten persönliche Einschätzungen über die Stärken und Schwächen auf Fakultäts- bzw. Dozentenseite sowie auf Studierendenseite zu notieren.

Folgende Wünsche bzw. Anregungen an die Fakultät/ an Dozenten wurden von der Studierendenrunde geäußert:

  • Klare Stoffeingrenzung bzw. Stoffreduktion
  • Relevanz (verschiedener Inhalte) deutlicher machen (auch, aber nicht nur in Hinblick auf die Klausur)
  • Modulprüfungen: Entkoppelung der Bewertung der drei geprüften Teilfachprüfungen; laut Studierenden wäre es hilfreicher, die Einzelteile unabhängig voneinander zu bewerten
  • Prüfungen breiter auf die Semester verteilen: Lieber im SoSe und WiSe prüfen, anstatt im SoSe doppelt so viele Prüfungen über den Stoff von zwei Semestern abzuhalten; die Stoffmenge wird über zwei Semester hinweg einfach zu viel
  • Magisterfachprüfungen: Die 8 mündlichen Prüfungen im 8. Semester werden von den Magisterstudierenden als zu viel empfunden; viele fühlen sich überfordert und verschieben einige der Prüfungen von vornherein
  • Es gibt große Unterschiede in den verschiedenen Fächern! Was in einem Fachbereich als „nicht möglich“ abgetan wird, findet in anderen Fächern statt.
  • Prüfungszeitraum: Wäre eine Verschiebung oder eine Splittung möglich? Es werden Beispiele von anderen Hochschulen genannt, an denen alle Prüfungen grundsätzlich in den zwei Wochen vor dem neuen Semesterbeginn stattfinden; hierüber herrscht Uneinigkeit unter den Teilnehmer/innen.
  • Nachholklausuren: Die Studierenden bitten ziemlich einstimmig darum, die Nachholklausuren nicht mitten in das Semester zu legen; aufgrund des erneuten Lernaufwands für die Nachholklausuren fehlt den Studierenden dann die Zeit, Aufmerksamkeit für und der Anschluss im neuen Semester. Die ersten ein oder zwei Semesterwochen oder: die letzten zwei Wochen der Vorlesungsfreien Zeit werden als bessere Zeitfenster dafür vorgeschlagen. (Es ist allerdings bewusst, dass es Zeitschienen gibt, an die sich die Fakultät für z.B. Lehramtsstudierende halten muss…)
  • Prüfungsarten: Es wird um mehr Spielraum bei den Prüfungsarten gebeten; es gibt Alternativen zu klassischen Klausuren, die Studierenden würden sich diese mehr wünschen. (Vor allem mündliche Prüfungen kommen zu kurz; dies ist für Magisterstudierende fatal, da sie ihre Abschlussprüfungen mündlich ablegen müssen, dies aber nie zuvor „üben“ konnten.) – Anfrage an die Prüfungsordnung: Was ist möglich, was ist erlaubt? Was kann geändert werden?
  • Übungsklausuren: Studierende wünschen sich verstärkt Fragenkataloge oder alte Klausuren zur Übung und besseren Vorbereitung auf die Prüfung. Die Kenntnis davon, wie der Prüfer Fragen stellt, wie er sie formuliert und in welcher Tiefe und Umfang sie beantwortet werden sollen, könnte den Geprüften viel Nervosität und Angst vor einer Prüfung nehmen. Viele Studierende schreiben in ihrem Studium nur eine Prüfung beim selben Prüfer und können sich daher nicht an Prüf- und Fragestile anpassen – denn jeder prüft anders. Übungsklausuren sollten nicht als „Preisgabe“ des Prüfungsstoffs gesehen werden – schließlich „gibt der Dozent das ganze Semester über seinen Prüfungsstoff preis“. Sinn einer Prüfung sei schließlich auch nicht, geheime und undenkbare Fragen zu stellen, die niemand beantworten kann. Mögliche Prüfungsfragen und Übungsklausuren können den Studierenden zu einer besseren Übersicht und Systematisierung des Stoffs verhelfen; als hilfreiche Möglichkeit wird auch genannt, gemeinsam mit dem Prüfer (oder im begleitenden Tutorium) oder selbstständig in Lerngruppen Übungsfragen zu entwickeln und probeweise zu beantworten.

Nach der Problemanalyse folgten inhaltliche und praktische Workshopsequenzen, in denen vor allem die selbsterkannten „Schwächen“ auf Seite der Studierenden angegangen wurden.
Angefangen bei der Frage „Was ist eigentlich Lernen?“, führte Dr. Barbara E. Meyer in psychologische und psycholinguistische Hintergründe ein. Ihre Tipps und Ausführungen beinhalteten zum Beispiel Eselsbrücken, Mind Maps, eine Lernstil-Typisierung der Teilnehmenden und eine Liste zum Anfertigen von und Umgang mit Vorlesungsaufzeichnungen. Zudem hatte sie diverse kleine und hilfreiche Empfehlungen für‘s Klausurenschreiben, ebenso wie für ein effektives Lern- und Zeitmanagement.
Der fachliche Input der Didaktik-Expertin wurde abgewechselt von praktischen Workshop-Sequenzen, einer Zirkel-Runde zur Lese-Optimierung und kleinen Pausen mit Kaffee und Kuchen.

Fortsetzung des Lerncoachings im SoSe 2015

Am Ende des Workshops erfolgte eine offene Feedback-Runde und die Nachfrage, ob eine Fortsetzung des Lerncoachings erwünscht sei. Aufgrund verschiedener Mehrheitsabfragen wird vom Multiplikatorenteam der Fakultät eine Fortsetzungsschulung in Form eines halben Tages unter der Woche (nicht samstags) zu Anfang des Sommersemesters 2015 angedacht.

Das Multiplikatorenteam der Katholisch-Theologischen Fakultät (Dr. Werner Veith, Anja Donaubauer, Lisa Lantenhammer, Christoph Lohmer, Johanna Stöhr) bedankt sich herzlich bei der Fachstudienberaterin Christiane Stoib, Frau Eleonore Binder im Dekanat sowie dem Kolpinghaus München und dem dortigen Wirt Willi Seegmüller für ihre Unterstützung.

Bericht und Skript

Bei Interesse kann hier ein ausführlicher Bericht des Workshops eingesehen werden (PDF, ca. 750 KB).
Folgende Unterlagen des Workshops sind auf Nachfrage beim Multiplikatorenteam    (gutelehre@kaththeol.lmu.de) als PDF-Dokument erhältlich:

  1. Skript von Frau Dr. Barbara E. Meyer (S. 1-19)
  2. Arbeitsblatt „Station 1: Lesegeschwindigkeit steigern“ (S. 20)
  3. Arbeitsblatt „Station 2: Verständnis steigern“ (S. 21-22)
  4. Arbeitsblatt „Station 3: Erinnerung beim Lesen steigern I“ (S. 23)
  5. Arbeitsblatt „Station 4: Erinnerung beim Lesen steigern II“  (S. 24)
  6. Lernstildiagnose nach Kolb (S. 25-31)
  7. Übungsblatt „Zeitdiebe eliminieren“ (S. 32)

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