Katholisch-Theologische Fakultät
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DFG-Projekt "Kritische Edition der Werke des Bernhard von Waging"

 

Die Schriften zur mystischen Theologie des Bernhard von Waging OSB (1400-1472) zählen zu seinen zentralen Werken. Mit "theologia mystica" wird in der spekulativ-theologischen Tradition des (Pseudo-)Dionysius Areopagita die religiöse Erfahrung der Schau Gottes bzw. das Bewusstsein der göttlichen Gegenwart bezeichnet. Im 15. Jahrhundert kommt es zu einer von vielen Autoren getragenen Kontroverse, in der es um eine genaue Begriffserklärung und die erkenntnistheoretische Fragestellung geht, in welchem Verhältnis in der mystischen Schau Intellekt und Affekt stehen.

Bernhards Schriften "Laudatorium doctae ignorantiae", "Defensorium laudatorii doctae ignorantiae" und "De cognoscendo Deum" wurden angeregt durch die Schrift "De docta ignorantia" des Nikolaus von Kues, nach deren Lektüre Bernhard die "theologia mystica" mit der "docta ignorantia" identifiziert und ein ausgewogenes Verhältnis von Intellekt und Affekt favorisiert. Mit seiner Auffassung stößt er auf heftige Kritik des Kartäusers Vinzenz von Aggsbach (1397-1463), die er in mehreren Gegenschriften formuliert.

Die bisher nicht oder nicht kritisch edierten Texte Bernhards sollen durch literarkritische, historische und inhaltliche Einführungen, mehrere Indices sowie einen text- und einen quellenkritischen Apparat erschlossen werden. Im Rahmen der Möglichkeiten des Projekts ist die Verifizierung der direkt und indirekt zitierten Quellen vorgesehen.

 

Eine projektbezogene Homepage zum Nachfolgeprojekt „Diskurs und Gemeinschaft. Die Schriften Bernhards von Waging im Kontext der spätmittelalterlichen Reformprozesse. Kritische Edition - Erschließung - Rekonstruktion“ finden Sie hier: Bernhard von Waging