Katholisch-Theologische Fakultät
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Geschichte des Ökumenischen Forschungszentrums

1964 begann unter der Leitung von Prof. Dr. Heinrich Fries der Lehrbetrieb am neu gegründeten Institut für Ökumenische Theologie an der Universität München. Durch die Gründung der Evangelisch-Theologischen Fakultät an der Universität München erhielt die Arbeit am Ökumenischen Institut gewaltigen Anstoß. Mit Prof. Dr. Wolfhart Pannenberg kam ein für das ökumenische Gespräch geradezu idealer Partner an die Evangelisch-Theologische Fakultät. Die erste gemeinsame evangelisch-katholische Seminarveranstaltung fand im Wintersemester 1969/70 statt. Seither gehören die gemeinsamen ökumenischen Oberseminare zum selbstverständlichen Lehrangebot der beiden Fakultäten.

Ökumenisch kontroverse Fragen wurden und werden intensiv behandelt, gerade auch in stark problembehafteten Punkten wurde die Erfahrung gemacht, dass Kontroverse um Kontroverse, die zunächst für unerschütterlich und unüberbrückbar gehalten worden war, gleichsam unter den Händen zerrann. Insbesondere die Frage nach dem Amt in der Kirche beschäftigte das ökumenische Oberseminar in seiner Anfangszeit. Die Ergebnisse des Seminars zur Amtsfrage wurden publiziert (in: Una Sancta 25 (1970) 107-115).

Durch das gemeinsame Papier zur Amtsproblematik fühlten sich die anderen ökumenischen Universitätsinstitute herausgefordert, eine Arbeitsgemeinschaft der ökumenischen Institute wurde gegründet. Aus dieser oft nicht einfachen Zusammenarbeit entstand schließlich 1973 das sogenannte "Ämtermemorandum" (Reform und Anerkennung kirchlicher Ämter. Ein Memorandum der Arbeitsgemeinschaft ökumenischer Universitätsinstitute, München-Mainz 1973), das zu dem Ergebnis kommt, daß sich eine Verweigerung der gegenseitigen Anerkennung der Ämter nicht mehr rechtfertigen lasse (These 22) und damit ein gewichtiges Hindernis für die Aufnahme der Abendmahlsgemeinschaft überwunden sei (These 23).

Manche Panne im Zuge der Veröffentlichung dieses Memorandums führte jedoch dazu, dass das Papier neben Zustimmung auch vehemente Kritik und Ablehnung erfuhr.

Nach der Emeritierung von Heinrich Fries 1979 wurde Prof. Dr. Heinrich Döring an den Münchener Lehrstuhl für Fundamentaltheologie und ökumenische Theologie berufen, dem Ökumene ebenso wie seinem Vorgänger am Herzen lag und der demzufolge die Einrichtung des ökumenischen Oberseminars und den intensiven Kontakt zur Evangelisch-Theologischen Fakultät weiterhin pflegte. Dasselbe gilt umgekehrt für die Berufung von Prof. Dr. Gunther Wenz 1995 in die Nachfolge Wolfhart Pannenbergs.

Mit der Gründung eines Lehrstuhls für orthodoxe Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität München im Jahr 1984 konnte die ökumenisch-theologische Perspektive im Rahme der Münchener Universität erweitert werden. 1995 wurde aus diesem Lehrstuhl die "Ausbildungseinrichtung für orthodoxe Theologie"; das Lehrangebot wurde ausgeweitet. Seit einigen Jahren ist auch die orthodoxe Theologie durch Prof. Dr. Dr. Dr.h.c. Theodor Nikolaou im ökumenischen Oberseminar vertreten.

Nach der Emeritierung von Heinrich Döring im Wintersemester 2000/2001 wurde das Institut für ökumenische Theologie - seit der Einrichtung der Departmentstruktur der Fakultät in "Ökumenisches Forschungsinstitut" umbenannt - an den Lehrstuhl für Dogmatik, den Prof. Dr. Peter Neuner, ehemals Assistent von Heinrich Fries und Mitverfasser des Ämtermemorandums, innehat, angegliedert, so dass die ökumenische Arbeit kontinuierlich fortlaufen konnte.

2002 konnte als Ergebnis des ökumenischen Oberseminars im Sommersemester 2001 eine gemeinsame Stellungnahme zu dem Studiendokument der Bilateralen Arbeitsgruppe der DBK und der Kirchenleitung der VELKD verfasst werden, die 2002 in der Una Sancta erschienen ist.

Verantwortlich für den Inhalt: Jun.-Prof. Dr.habil. Birgitta Kleinschwärzer-Meister


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