Katholisch-Theologische Fakultät
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Dr. Stephan Mokry

Kardinal Julius Döpfner als Theologe des II. Vatikanischen Konzils. Ein biographischer und konzilshistorischer Beitrag unter besonderer Berücksichtigung seiner Konzilsinterventionen.

Abgabe der Arbeit und Rigorosum: WS 2013/14.

"Das gestellte Thema 'Deutsche Theologie auf dem Zweiten Vatikanum' ist weitläufig und komplex. Es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten, der damit gestellten Frage nachzugehen. Möglich wäre zum Beispiel eine Untersuchung über den unmittelbaren Einfluß von Theologen auf die verabschiedeten Texte des Zweiten Vatikanums. Man müsste dann die Arbeiten der Berater sichten, ihre Einwirkungen auf die von ihnen beratenen Bischöfe, die Kommissionsarbeiten, Textvorlagen etc. untersuchen. [...] Hier eröffnet sich ein immenses Feld historischer Forschung" (Peter Hünermann).

Dieses so bezeichnete "immense Feld" will die Dissertation gleichsam kultivieren und sich dabei schwerpunktmäßig der Erforschung Döpfners widmen. Untersuchungsleitend ist dabei die Fragestellung nach der Bedeutung Julius Kardinal Döpfners als Theologe und Moderator des Konzils. Kein geringerer als sein späterer Münchener Weihbischof Ernst Tewes betonte die Rolle des Kardinals, der "zusammen mit einigen anderen Kardinälen die geistig treibende Kraft des Konzils" gewesen sei. Anhand der Bemerkungen Hünermanns und Tewes' ergibt sich in gewisser Weise auch die Vorgehensweise der Arbeit. So sind Döpfners Stellungnahmen in der Konzilsaula zu beachten und die theologischen Berater und Gutachter, die ihm im Hintergrund zugearbeitet haben, in die Betrachtung einzubeziehen. Das heißt konkret: Im Mittelpunkt stehen die Person Döpfners und Döpfners Wirken auf dem Konzil - diese beiden Momente sind in Grundzügen historisch darzustellen. Zugleich wird exemplarisch aufgezeigt, welche theologischen Inhalte dem Kardinal wichtig waren bzw. wurden, wie er sich diese aneignete und erarbeitete - d.h. welche Berater er mittels welcher Kriterien für ein Thema mit Gutachten beauftragte. Es gilt anhand von mündlichen und schriftlichen Äußerungen während Vorbereitungsphase und Verlauf des Konzils zu eruieren, wie er diese Inhalte und Überzeugungen durch Redebeiträge, Stellungnahmen und die verschiedenen Sitzungen und Treffen offizieller Art (Kommissionssitzungen) oder eher informeller Natur ('Meetings' der Konzilsväter für den gegenseitigen Austausch) in die konziliare Diskussion einbrachte. Angesichts der vielfach postulierten Schlüsselfunktion Kardinal Döpfners auf dem Konzil wird auf diese Weise summa summarum die Annäherung an die tatsächlichen Ereignisse durch eine an den Quellen herausgearbeitete Darstellung dieses einflussreichen Konzilsvaters und seines theologischen wie 'konzilsdiplomatischen' Netzwerks versucht.