Katholisch-Theologische Fakultät
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Florian Heinritzi

Ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter im Rahmen des DFG-Projekts "Ignaz von Döllinger – Briefwechsel 1830-1890. Englische und französische Korrespondenz", April 2009 bis Mai 2013

Das Bayerische Konkordat von 1924. Eine Untersuchung zu Genese und Bedeutung

Als einziger deutscher Gliedstaat verfügte Bayern bis in die Zeit der Weimarer Republik hinein über eine Konkordatstradition. Als mit dem Ende des Ersten Weltkrieges auch in Bayern die Monarchie unterging, war die Neuordnung des Staat-Kirche-Verhältnisses unumgänglich geworden, nachdem schon 1917 der neu berufene Nuntius im Königreich Bayern, Eugenio Pacelli, aufgrund des neuen Codex Iuris Canonici desselben Jahres auf eine Neufassung gedrängt hatte. Das Konkordat von 1817 hatte dem bayerischen König weitgehende Rechte zugestanden, die der Heilige Stuhl sowohl vor dem Hintergrund des neuen Kirchenrechts als auch der neuen Staatsform Bayerns nicht weiter konzedieren wollte.

Die Verhandlungen zu diesem Vertragswerk, das von Anfang an als Musterkonkordat gedacht war, gestalteten sich aufgrund der oftmals wechselnden Regierungen in Bayern und der ebenso inkonstanten Haltung der preußischen wie der Reichsregierung zu diesem Vertragswerk schwierig und zeitaufwendig.

Für Bayern war es eine zentrale Frage, wenigstens noch auf diesem Gebiete das aktive wie passive Gesandtschaftsrecht zu erhalten. "Es wird für Bayern mehr oder weniger eine Lebensfrage, ob es ihm gelingt oder nicht, sich in allernächster Zeit ein eigenes, vom Reiche unabhängiges Konkordat zu sichern und sich dadurch eine Gewähr dafür zu schaffen, daß ihm wenigstens auf kulturellem Gebiete noch ein Rest von Staatspersönlichkeit erhalten bleibe." (BayHStA GPS 972 J.Nr. 172, Blatt 133, Gesandter Freiherr von Ritter an Außenministerium, Rom 22. Juni 1921)

Die Genese dieses Vertragswerkes, vor allem die harten und zähen Verhandlungen in manchen Detailfragen, sollen ebenso dargestellt werden wie die Bedeutung und die Auswirkungen für Bayern wie die katholische Kirche bis heute.

 

Veröffentlichungen:

  • Phönix aus der Asche oder: Kontinuität in bewegter Zeit? Die KHG in den Jahren von 1948 bis 1958, in: Bischof, Franz Xaver, Katholische Hochschulseelsorge zwischen Akzeptanz und Ablehnung. Zur Geschichte der Katholischen Hochschulseelsorge an der Ludwig-Maximilians-Universität München 1927 bis 2007 (LMUniversum 6), München 2008, 49-59.
  • Das Bayerische Konkordat von 1924/25. Entstehung und Bedeutung, in: zur debatte. Themen der Katholischen Akademie in Bayern 7 (2009) 10-12.
  • Die Neuordnung des Verhältnisses von Staat und Kirche in Bayern nach dem Ersten Weltkrieg. Genese und Bedeutung des Bayerischen Konkordates von 1924/25, in: Jörg Zedler (Hg.), Der Heilige Stuhl in den Internationalen Beziehungen 1870-1939 (Spreti-Studien Bd. 2), München 2010, 203-225.
  • In Frage gestellte kirchliche Autorität - Der Essener Katholikentag 1968, in: Schweizerische Zeitschrift für Religions- und Kulturgeschichte 104 (2010) 51-77.
  • Die Altkatholiken im Königreich Bayern 1871–1890. Zur Geschichte einer Rechtsfiktion, in: Katharina Weigand, Jörg Zedler, Florian Schuller (Hg.), Die Prinzregentenzeit. Abenddämmerung der bayerischen Monarchie? Regensburg 2013, 59-84.
  • Promotion als Politik. Die Verleihung des Doktors der Bürgerlichen Rechte durch die Universität Oxford an Ignaz von Döllinger, in: ZKG 124 (2013) 318-330.