Katholisch-Theologische Fakultät
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Handbuch Theologie und populärer Film, Bd. 1

handbuch_theologieÜber das Buch

„Gott selbst könnte dieses Schiff nicht versenken“, heißt es in „Titanic“, dem erfolgreichsten Film aller Zeiten – eine Anspielung auf die Geschichte vom Turmbau zu Babel im Alten Testament. In „Matrix“ soll der Held Neo (Buchcover), ein Anagramm für One, der Auserwählte, die Welt von der Unter-drückung durch die feindliche Welt der Computer befreien: ein Messias mit Maschinengewehr. In „Die Truman Show“ hadert ein wahrer Mensch (true man) mit dem Schöpfer der TV-Sendung und wählt statt des Paradieses die Freiheit.

In vielen populären Hollywoodfilmen kommen in offener oder auch in versteckter Form immer wieder religiöse Motive vor. Indem Spielfilme existenzielle Probleme aufwerfen, Schuld und Sühne, die Schrecken des irdischen Lebens und die Sehnsucht nach Erlösung thematisieren, rücken unweigerlich anthropologische und religiöse Fragen in den Mittel-punkt populärer Medienkultur, die jeden angehen. Die Autoren des vorliegenden Bandes – Theologinnen und Theologen – analysieren die seit Ende der Siebziger Jahre zum Kulturgut gewordenen Kassenschlager darum auf ihre christlichen Gehalte hin und erklären, warum diese Filme mit ihren biblischen Symbolen und Inhalten beim Publikum so beliebt sind.

In zwanzig Beiträgen sowie einem grundlegenden Einleitungsaufsatz zur Dramaturgie des populären Films decken die Autoren Verbindungen auf, gehen den Spuren des Religiösen im Mainstream-Kino nach und präsentieren originelle und erhellende Zugänge anhand folgender Gliederungspunkte: Genres (Liebe, Science-Fiction, Horror, Krieg, Fantasy), religiöse Figuren (Erlöser, Engel, Märtyrer, Teufel, Priester), Regisseure (Spielberg, Fincher, Woo, Weir, den Wachowskis) und Themen (Künstliche Intelligenz, Tod, Körper, Aufklärungsprozesse, Selbstentfremdung). Der umfangreiche Serviceteil enthält u.a. Literaturhinweise, eine Filmografie und kommentierte Internetadressen.

Im geplanten zweiten Band (ca. Herbst 2008) wird an dieser Gliederung festgehalten, wobei weitere Genres (z.B. Western), Figuren (z.B. Nonnen), Regisseure (z.B. Kubrick) und Themen (z.B. Familie) besprochen werden. Wer die Allgegenwart von Religiosität in der populären Kinokultur bereits erahnte, wird hier Bestätigung finden. Wer bislang daran zweifelte, wird nach der Lektüre dieses Handbuches umkehren müssen.

Die Herausgeber

Thomas Bohrmann, Dr. theol. habil., Dipl.-Soz., Professor für Katholische Theologie (Vertretung) an der Universität der Bundeswehr München.

Werner Veith, Dr. theol., M.A. phil., Akad. Rat z.A. am Lehrstuhl für Christliche Sozialethik und Leiter der Geschäftsstelle des Departments Katholische Theologie an der LMU.

Stephan Zöller, Dr. theol., Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Münchner Bildungswerk e.V. und Dozent für Seminare zum Thema „Medien und Kirche“.

Bibliographische Angaben

Thomas Bohrmann, Werner Veith, Stephan Zöller (Hgg.): Handbuch Theologie und Populärer Film, Bd. 1, Paderborn 2007: Ferdinand Schöningh, 376 Seiten, 40 Schwarz-Weiß-Fotos, kartoniert, 39,90 Euro, ISBN 978-3-506-72963-7.