Katholisch-Theologische Fakultät
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Nachruf auf Prof. Dr. Franz Henrich

Die Katholisch-Theologische Fakultät trauert um ihr Mitglied Prof. Dr. Franz Henrich

04.06.2021

Am 4. Juni 2021 ist im Alter von nahezu 90 Jahren Herr Prälat Prof. Dr. theol. Franz Henrich, Honorarprofessor für Erwachsenenbildung an der Katholisch-Theologischen Fakultät, verstorben. Den Reformimpulsen des Zweiten Vatikanischen Konzils verpflichtet, leitete er in der Nachfolge des ersten Direktors Karl Forster 33 Jahre lang die Katholische Akademie in Bayern und machte sie zu einer international beachteten offenen und für Entwicklungen sensiblen Stätte der Begegnung von Kirche und Gesellschaft, Wissenschaft und Theologie, moderner Kunst und Spiritualität. Darüber hinaus war er engagierter Verfechter einer anspruchsvollen katholischen Erwachsenenbildung in Bayern und einer qualitativ hochwertigen Medienarbeit. Der Katholisch-Theologischen Fakultät war er nicht nur durch das Studium und seine Promotion verbunden, sondern auch durch eine jahrzehntelange enge inhaltliche, personelle und zugleich beraterische Zusammenarbeit. Aus ihr gingen unter anderem zahlreiche Diskussionsbände und Sammelwerke hervor, die weite Verbreitung fanden und viele wissenschaftliche Diskussionen und öffentliche Debatten befruchtet haben. Seine bis heute viel beachtete umfangreiche Dissertation behandelte „Die Bünde katholischer Jugendbewegung. Ihre Bedeutung für die liturgische und eucharistische Erneuerung“ (erschienen bei Kösel 1968).

Henrich hatte Qualitäten eines kirchlichen Managers: Er war offen für Beratung, die er suchte und seinem Stab abverlangte. Zugleich trat er selbstbewusst auf und war auf Augenhöhe bedacht. Die daraus gewonnene Sicht brachte er beherzt in die öffentliche Meinungsbildung ein. Die prägenden Wurzeln seines Wirkens reichen bis tief in die eigenen Lebenserfahrungen: Weil der Vater im Zweiten Weltkrieg gefallen war, musste sich der Sohn in den frühen 1950er Jahren das Geld für das Studium selbst verdienen mit Jobs als Arbeiter in einer Steinfabrik, als Bierfahrer und als Lokalreporter. Als junger Kaplan der Speyerer Diözese war er zuständig für die Jugendarbeit in der Industriestadt Ludwigshafen.

Henrichs Wirken wurde durch viele Auszeichnungen anerkannt. Speziell für sein Wirken an der Schnittstelle von Theologie, Wissenschaften und Gesellschaft und für seinen Einsatz für die katholische Erwachsenenbildung wurde er beim Eintritt in den Ruhestand von der LMU München auf Antrag der Katholisch-Theologischen Fakultät mit dem Titel und Amt eines Honorarprofessors geehrt.